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Kita-Wettbewerb im Kreis Groß-Gerau: „Wir werden kleine Hairstylisten“
Auch in diesem Jahr hat der Kita-Wettbewerb des Handwerks „Kleine Hände, große Zukunft“ Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren für die vielfältige Welt des Handwerks begeistert. Ziel ist es, früh Neugier, Wertschätzung und Freude an handwerklichen Berufen zu wecken – dort, wo Kinder unmittelbar erleben können, wie Dinge entstehen, die sie täglich nutzen.
Gemeinsam mit einem Handwerksbetrieb aus der Region können die Kinder auf lebendige Weise bei einem Besuchstag erfahren, wie vielseitig und spannend die Welt des Handwerks ist. Im Anschluss gestalten die Kinder gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erziehern ein großes Poster, auf dem sie festhalten, was sie gesehen, gehört und ausprobiert haben – mit Zeichnungen, Fotos, kleinen Texten oder gesammelten Materialien. So entsteht ein eindrucksvolles Erinnerungsstück, das zeigt, wie spannend Handwerk sein kann und wie viel die Kinder dabei gelernt haben.
Erstmals hat die Kreishandwerkerschaft Groß-Gerau den bundesweiten Wettbewerb als Pilotprojekt mit zehn Kitas aus verschiedenen Gemeinden des Kreises durchgeführt und zusätzlich eine eigene Gewinnchance in Höhe von 500 Euro ausgelobt. Voraussetzung für die Teilnahme war die Einreichung eines gestalteten Riesenplakats sowie die Registrierung im bundesweiten Wettbewerbsportal.
Nach der Auswertung aller Einsendungen steht der Kreissieger fest: Die Kita Tannenweg aus Trebur überzeugte mit ihrem Projekt „Wir werden kleine Hairstylisten“ und sicherte sich den ersten Platz. Am 21. April 2026 wurde der Leitung der Kita Tannenweg, Frau Kristin Schudy, der 500‑Euro‑Scheck, sowie ein kleiner Pokal überreicht. Besonders erfreulich war, dass auch der Bürgermeister der Gemeinde Trebur Herr Jochen Engel, sowie Isabella Gündüz, Inhaberin des Friseursalons TwentyOneSevenAtelier, bei der Übergabe im Kindergarten dabei waren.
Ein Besuch im Friseursalon – Handwerk hautnah erleben
Für ihr Projekt besuchte die Kita Tannenweg den Friseursalon TwentyOneSevenAtelier in Trebur. Drei Stunden lang tauchten die Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren in die Welt des Friseurhandwerks ein – neugierig, kreativ und voller Tatendrang.
1. Ankommen und Entdecken
Zu Beginn begrüßte die Friseurin die Kinder und führte sie durch den Salon. Werkzeuge wie Schere, Kamm, Bürste und Föhn wurden erklärt, Sicherheitsregeln besprochen und der Zusammenhang zwischen Handwerk und Körperpflege kindgerecht vermittelt. Die Kinder lernten: Jedes Werkzeug hat eine Aufgabe, Handwerk braucht Sorgfalt – und Berufe in der eigenen Gemeinde verdienen Wertschätzung.
2. Flechtstation – „Aus drei wird eins“
Mit viel Geduld zeigte die Friseurin, wie ein einfacher Zopf entsteht. Die Kinder übten an Puppenköpfen und Kunsthaar und stärkten dabei Feinmotorik, Konzentration, Mustererkennung und Hand-Auge-Koordination. Besonders stolz waren sie, wenn der erste eigene Zopf gelang.
3. Kreativ-Extensions – „Farben ins Haar bringen“
Bunte Clip-Extensions und Haarkreide brachten Farbe ins Spiel. Die Kinder erfuhren, was Extensions sind und durften selbst kreativ werden. Dabei entwickelten sie ein Gefühl für Farben, Ästhetik und eigene Entscheidungen.
4. Gestaltungsstation – „Meine Traumfrisur“
Zum Abschluss gestaltete jedes Kind auf einem Gesichtsumriss seine persönliche Wunschfrisur – mit Wolle, Stickern, Glitzer und Papierstreifen. Die entstandenen Kunstwerke wurden im Salon ausgestellt und sorgten für strahlende Kinderaugen.
Warum dieses Projekt so wertvoll ist
Der Besuch im Friseursalon vermittelte den Kindern nicht nur spannendes handwerkliches Wissen, sondern stärkte sie in vielen Bereichen ihres Lernens und ihrer Entwicklung.
Fachlich: Einblick in echte Arbeitsabläufe, Materialkunde, Hygiene, Kundenkontakt
Sozial: Absprachen treffen, sich gegenseitig helfen, Rollen übernehmen
Persönlich: Selbstvertrauen, Mut, Stolz auf eigene Ergebnisse, Körperbewusstsein
Für den Wettbewerb spielte zudem der regionale Bezug, die aktive Beteiligung der Kinder und die sorgfältige Dokumentation ihrer Eindrücke eine zentrale Rolle – inklusive ihrer eigenen Aussagen und Beobachtungen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen teilnehmenden Kitas für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, Teil des Pilotprojekts zu sein. Viele Rückmeldungen zeigen, wie viel Freude die Kinder hatten – und dass aus den Aktionen sogar neue Projekte entstanden sind. Genau das zählt: Neugier, Begeisterung und leuchtende Kinderaugen.
Im kommenden Jahr wird der Wettbewerb für den gesamten Kreis Groß-Gerau ausgeschrieben. Das Wettbewerbspaket geht voraussichtlich im vierten Quartal 2026 an alle Kitas. Bei der Suche nach einem passenden Kooperationsbetrieb unterstützen wir gerne.

